Der überforderte Weihnachtsmann

 

Wir schreiben den 23. Dezember 2020 und befinden uns am Nordpol. Alles ist still. Nirgends rattern die Wunschmaschinen. Nichts deutet auf Weihnachtsvorbereitungen hin. Nirgendwo sieht man einen geschäftigen Weihnachtsmann. Von draussen betrachtet, scheint seine Hütte im Winterschlaf zu verharren. Was ist denn da los?

(Schweinegrunzen) Hört ihr das? Ein grunzendes Schwein! Werfen wir doch mal einen Blick durch das Fenster seiner Hütte: Ah, auf dem Sofa sitzt der Weihnachtsmann. Er spielt Minecraft! In seinem Game grunzt ein Schwein. Der Weihnachtsmann isst Chips, hängt auf dem Sofa und dies einen Tag vor Weihnachten! Neben den leeren Chipstüten liegt schon haufenweise Kinderpost. Oh, jetzt macht er sich daran, die letzten Chips aus der offenen Packung zu fischen. Dort hinten öffnet sich eine Tür: Da ist Gucci, der Weihnachtswichtel! Gucci bringt dem Weihnachtsmann einen weiteren Brief: „Komm, Weihnachtsmann, öffne jetzt mal deine Post! Wenigstens einen Brief! Wieso öffnest du nicht diesen hier? Der kommt aus der Schweiz!” „Wenn’s unbedingt sein muss.”, grummelt der Weihnachtsmann widerwillig. Schwerfällig greift er nach dem Brieföffner auf dem Salontisch und öffnet den Umschlag mühevoll. Seine Augen weiten sich. Drin steht: 

 

Lieber Weihnachtsmann

Wir, die 3A aus Büren an der Aare, hoffen, dass es dir gut geht und dass dir die Geschenke

keinen Stress bereiten. Wir wünschen uns mal verrückte Weihnachten. Falls du Hilfe

brauchst, ruf uns einfach an!
Liebe Grüsse die Klasse 3a 

 

Als der Weihnachtsmann mit lesen fertig ist, kommt sein Hund Mr.B. um die Ecke und kackt überall hin. Sofort ruft der verzweifelte Weihnachtsmann seinen Putzmann herbei, welcher die Bescherung sogleich wieder aufwischt.
In der Garage ertönt ein lautes Brummen. Ach ja, der Bugatti Chiron wäre parat, um die Pakete zu den Kindern zu bringen. Aber es ist ja noch gar nichts eingekauft, nichts eingepackt!
Der Weihnachtsmann seufzt: „Was soll er nur tun?“ In diesem Jahr kommt bei ihm gar keine Weihnachtsstimmung auf! Dieses Coronavirus nervt ihn ganz heftig! Den ganzen Herbst über musste er von Zuhause aus arbeiten und durfte niemanden treffen! Er vermisst seine Freunde und wird von den vielen Chips und dem Gamen allmählich fett!
Der Weihnachtsmann schaut nochmal die vielen Briefe an. Den von der 3A aus der Schweiz findet er ganz süss. Er erinnert sich, dass sich die Klasse 3A im letzten Jahr ganz viele Tiere gewünscht hat. 

 

Er denkt bei sich: „Ich muss die Klasse 3A unbedingt anrufen. Sie können doch die Spielsachen für mich einkaufen und zusammen mit ihrer Partnerklasse, der Klasse 8S2 alles verpacken.“
Gedacht, getan!

Auf die Bitte vom Weihnachtsmann reisen beide Klassen aus Büren als Helfer an den Nordpol. Sie nehmen den Nachtzug und steigen rechtzeitig vor der Weihnachtsmann-Hütte aus.
„Hu, ho, ho, ho, schön, dass ihr da seid! Wo sind eigentlich meine ganzen Elfen hin? Bisher habe ich nur Gucci getroffen und dieser hat sowieso nur Glitzer und Mode im Kopf!“

Niemand weiss etwas über die anderen Elfen. Aber nun wird endlich gearbeitet: Motiviert erledigen beide Schulklassen aus Büren die Arbeit vom Weihnachtsmann. Dieser setzt sich wieder auf sein Sofa und beginnt erneut Minecraft zu spielen. Das Schwein grunzt und der Weihnachtsmann hat doch noch ein wenig Spass.

Nach zwei Stunden aber sind alle Jungs vor dem Fernseher und fordern einander zum Minecraft Duell. Lyonell gewinnt bereits zum 20. Mal als Gucci entnervt ins Wohnzimmer stürmt und berichtet, dass sich die Mädchen aus Büren nur noch schminken und nichts als Mode im Kopf haben, seit er ihnen sein Reich gezeigt hat! Niemand verpackt mehr Geschenke, nichts wird rechtzeitig ausgeliefert und Mr.B. zerkratzt jedes Paket, das ihm unter die Krallen kommt. 

 

Ein grosses Durcheinander von Stimmen entsteht! Im Hintergrund ertönt plötzlich ein lauter Knall und alle Wunschmaschinen beenden schlagartig ihr Summen!
Wie von einer Wespe gestochen rennt der Weihnachtsmann zum Bugatti, steigt ein und rast mit 1200kmh durch die Nacht. Er weiss plötzlich wieder, wo seine Elfen und Weihnachtswichtel sein könnten.

Sie erzählten ihm doch im Herbst von einem Ort mit ganz vielen Tieren und einer Höhle mit Diamanten, die sie erkunden wollten.

Ob sie noch dort sind und wie sieht es aus mit den Katzen, Hunden, Pferden, Füchsen und Delfinen, die sich die Kinder aus der Klasse 3A so gerne wünschen?

Der Weihnachtsmann rast mit seinem Bugatti zur Diamantenhöhle auf Mallorca.
Er steigt aus seinem Bugatti aus und marschiert schnurstracks in die Höhle hinein. Er ist sehr überrascht über das, was er in der Höhle sieht.
Alle Elfen und Tiere sitzen am Boden und weinen. Daraufhin tröstet der Weihnachtsmann sie und fragt erstaunt: «Was ist denn passiert?»
«Wir wollten hier Diamanten suchen, um damit die ganzen Weihnachtsgeschenke zu finanzieren», erklärt der jüngste Elf. «Leider haben wir nichts gefunden. Du weisst ja, dass deine Kreditkarte, seitdem du so viele Chips und Games kaufst, komplett leer ist und irgendwie brauchen wir ja Geld. Wir brauchen irgendeine Idee um an Geld zu kommen und somit die ganzen Weihnachtsgeschenke noch rechtzeitig auszuliefern.» 

 

Der Weihnachtsmann geht mit den Elfen und Tieren zurück und trommelt beide Klassen zusammen. Der Weihnachtsmann fragt: Habt ihr eine Idee wie wir an Geld kommen und die Geschenke rechtzeitig verteilen können?”

Die 3a hat eine Idee: „Wir werden die ganze Höhle nochmals durchsuchen!“
Emelie sagt: „Am besten leeren alle vorher ihre Hosentaschen aus und schauen,
was wir alles so dabeihaben, vielleicht ist ja was Brauchbares dabei?“
Aber leider ist da nichts Ungewöhnliches!
Die Klassen teilen sich auf. Eine Gruppe sucht in der Schatzhöhle. Dazu brauchen sie den Schlitten, der vorne in der Ecke steht. Er wird von einem Pferd gezogen.
Irgendetwas lugt unter der Satteldecke hervor...
Eine Gruppe erfährt vom Weihnachtsmann, dass er sich mit dem Geschenkegeld nicht nur Chips und Games gekauft hat, sondern auch eine kleine Maschine, mit der er Menschen von der realen in die Minecraft-Welt teleportieren kann...
Die dritte Gruppe fährt mit dem Bugatti Chiron ins Dorf zurück und hofft, dort etwas Geld zu bekommen. Dabei haben sie gar nicht gemerkt, dass sie auf einer Rennbahn gelandet sind... 

 

Und wie durch ein Wunder kommt jede Gruppe zu etwas Reichtum.
Unter der Satteldecke steckt eine Schatzkarte, die Bugatti Fahrer bekommen 3000 Franken Preisgeld, weil sie auf der Rennbahn die schnellsten sind und die Kinder in der Minecraft-Welt bauen sofort eine Mine ab. Dazu brauchen sie eine Spitzhacke aus
Eisen. Sie stossen auf eine komische Truhe, darauf steht „Elco of Switzerland“. Darin sind lauter Diamanten und Smaragde.
Die Schatzkarte, welche unter der Satteldecke versteckt liegt, führt die ganze Gesellschaft nach China, Indonesien, Afrika, Amerika und Italien. In Italien findet ein grosser Gesangswettbewerb statt. Der Weihnachtsmann weiss natürlich, dass Gucci, der Weihnachtself am besten singen kann und so kommt noch ein satter Gewinn aus dem Wettbewerb dazu.
Mittlerweile haben sie also genug Geld gesammelt, um alle Geschenke auszuliefern. Sie können viele Tiere kaufen, die Wünsche aller Kinder erfüllen und auf der Welt ganz viel Gutes tun!
Zufrieden und voller Vorfreude aufs Weihnachtsfest gehen sie nach Hause.

 

 

Partnerklassenprojekt: 8S2 mit 3a, Dezember 2020