Der Bürener Künstler Toni Lädrach, besser bekannt als tonyl, ist im Jahr 2009 überraschend verstorben. Im Jahr 2011 stand das Bildhauersymposium Büren an der Aare ganz im Zeichen von tonyls Skulpturen. Viele Läden und Betriebe haben  sich an der Ausstellung beteiligt und zusammen mit der Artis-Galerie tonyl-Skulpturen ausgestellt.

Die Schülerinnen und Schüler der 7. Sek. haben die Ausstellung besucht und sich Gedanken zu einzelnen Kunstwerken, aber auch zum Menschen tonyl gemacht.

Dabei sind die folgenden Texte entstanden: Ein Kunstwerk erzählt in der Ich-Form, wie es entstanden ist und welche Beziehung es zu tonyl hat.

 

 

Mich hat Tonyl angefertigt in seinem kleinen Atelier. Ich bin eine von seinen 7000 Figuren, die er mit verschiedensten Werkzeugen hergestellt hat. Ich bin aus Gips geformt worden. Von meinem ganzen Körper sind leider nur meine Schultern und mein Kopf abgebildet. Meine Schultern sind klein im Gegensatz zu meinem langen Hals. Mein Kinn ist spitz und leicht nach vorne gebeugt. Mein eher rundlicher Kopf macht etwas Spezielles aus mir. Ich habe eine lange Nase, die fast bis zum Mund hinunter reicht. Die Hälfte der Nase sieht man kaum, da sie unter einem markanten Helm versteckt ist. Der Helm macht mich zu einem starken, jedoch eher wenig ausdrucksvollen Soldaten. Ich sehe leider auch nicht viel, da mir der Helm den schönen Ausblick versperrt. Ich bin mir sicher, dass Tonyl mich als einen ruhigen starken Soldaten oder Wächter geformt hat. Ich habe Tonyl immer bei seinen Arbeiten zugehört und zugeschaut.Tonyl hatte viele so tolle Figuren wie mich geformt. Viele seiner Figuren stellte er als Katzen dar. Ich finde, Tonyl hat nicht wie viele andere Künstler eintönig gearbeitet, sondern ist manchmal mit viel Farbe an die Arbeit gegangen. Er zauberte aus einem stinknormalen Kunstwerk eine der schönsten, fröhlichsten und farbenfrohsten Figuren. Tonyl hat viele verschieden Skulpturen geformt und hatte sich bei jeder etwas anderes ausgedacht. Ich denke, Tonyl war nicht die Art von Mensch, der sich freute Feierabend oder Wochenende zu haben. Nein, Tonyl war ein Mensch, ein Künstler, der immer seiner Arbeit gewidmet war. Ich denke, Tonyl war ein oder (wenn nicht) sogar der berühmteste Bürener Künstler. Seine Figuren werden vielen Leuten immer in Erinnerung bleiben. Ich denke, Tonylskulpturen und Figuren werden einmal teuer verkauft. Er hat Büren mit Kunst geprägt.

 

Damara Moser

Ich bin eine von Tonyls Figuren. Er hat mich eigenhändig erschaffen. Mein Körper ist ganz schwarz und besteht aus Gips. Ich habe einen flachen Kopf ohne Haare, mit zwei Augen und zwei Ohren. Ich habe einen sehr breiten Körper. Mein rechter Arm ist auch breit, mein linker Arm aber dünn. Zwischen dem linken Arm und dem Körper ist ein Abstand, doch weiter unten verschmilzt der Arm wieder mit dem Körper. Meine Beine sind kurz und dünn.

Tonyl hat mich an einem Montagmorgen erschaffen. Zuerst fertigte er eine Grundplatte aus Ton an. Dann nahm er für meine beiden Beine zwei Eisenstäbchen. An denen befestigte er auch meinen Oberkörper aus Ton. Danach erschuf er Stück für Stück Kopf, Ohren, Augen und Arme. Danach brannte er mich im Ofen und zuletzt hat er mich bemalt.

Die Zeit bei Tonyl hat mir sehr gut gefallen. Er war eine interessante und liebenswürdige Person. Er hat seine Figuren immer gut behandelt. Schon von dem Zeitpunkt an, da er begann, seine Figur zu erschaffen, behandelte er sie äusserst liebevoll. Er hat immer sehr gefühlvoll gearbeitet. Jede Figur drückt eine bestimmte Emotion, ein Gefühl oder einen Gedanken von Tonyl aus. Ich habe mich im Atelier sehr wohl gefühlt. Ich hatte dort viele Freunde. Das spannende war, dass jeder anders gewesen ist. Ich bin sehr traurig, weil Tonyl jetzt tot ist. Aber auch, weil ich hier ganz alleine in einem verdreckten Schaufenster stehen muss. Aber solange ich im nicht Müll lande und nichts Schlimmeres passiert, bin ich zufrieden.

 

David Hofer

Ich wurde von dem Künstler Tonyl hergestellt und bin aus Ton angefertigt. Ich bin schwarz. Tonyl hat mich auf lange dünne Beine gestellt, anfangs fühlte ich mich sehr unstabil. Doch ich habe mich daran gewöhnt! Er modellierte mich sehr schlank. Mit den langen Beinen und dem langen Oberkörper und dem kleinen Kopf bin ich etwa 1.20m gross. Ich stehe auf einem schwarzen Sockel. Mein Kopf ist etwa so gross wie ein Hühnerei, also klein gegenüber dem ganzen Körper.

 

Als Tonyl anfing mich zu modellieren, stellte er zuerst den Sockel her. Nachher machte er meine Beine lang und dünn. Tonyls Fernseher lief durchgehend, auch wenn man kaum mehr hineinsah, weil durch den Ton alles verspritzt war. Als auch mein Oberkörper fertig war, verband er mit einem langen dünnen Hals Oberkörper und Kopf.

 

Ich weiss ja, dass Tonyl insgesamt 7000 Figuren herstellte. Doch ich fühlte mich, als wäre ich die einzige. Tonyl arbeitete 7 Tage die Woche, doch ich weiss nicht, ob er das Modellieren der Figuren als Arbeit empfand. Es ist doch jeder Künstler froh und stolz, wenn er eine Figur vollendet hat. Doch bei Tonyl hatte ich das Gefühl, dass er eher traurig war, wenn wieder eine der Figuren fertig war.

 

Nun ist Tonyl tot. Ich mache mir immer wieder Gedanken, wo ich landen werde. Vielleicht werden meine langen, dünnen Stelltzenbeine zusammenfallen und ich werde kapput gehen? Doch ich hoffe, dass ich noch lange im Schaufenster im Stedtli Büren a/A stehen bleibe.

 

Lena Lauper

 

Ich bin eine Figur von Tonyl, nämlich ein kleines Kind. Ich habe wunderschöne dunkelblaue Augen. Ich trage stets meinen Nachtanzug, mit geheimnisvollen Sternen drauf. Ich bin auch eine etwas rundlichere Figur, aber das stört mich nicht. Schliesslich hat mich Tonyl so hergestellt und ich bin stolz darauf. Tonyl hat mich in seinem kleinen Atelier entstehen lassen. Zuerst formte er einen runden Ball aus Ton. Später wurde daraus ein kleines Männlein. Ich bestand nur aus Bauch und Kopf. Danach verpasste er mir Arme und Beine. Und schliesslich, darauf freute ich mich am meisten, bekleckerte er mich mit leuchtenden Farben. Tonyl war für mich ein sehr ruhiger Mensch, der seine Arbeit über alles liebte. Sonntag war für ihn der schlimmste Tag der Woche, denn am Sonntag konnte er nicht arbeiten. Das Atelier war stets voll in Betrieb. Überall lagen Werkzeuge und Tonspuren herum. Ich denke, er hat sein Leben sehr genossen. Er hat einfach das gemacht, was er wollte. Er konnte gar nicht anders, er musste einfach Skulpturen herstellen. Ihm war es gleich, wenn er mit seiner Kunst nicht reich wurde. Es reichte ihm, ab und zu mal eine Figur zu verkaufen. Ich weiss selber noch nicht so genau, wo ich mal landen werde. Insgeheim hoffe ich jedoch, im Atelier zu bleiben. Dort fühle ich mich am wohlsten. Denn irgendwie habe ich das Gefühl, er wäre noch da. Mein Vater, Tonyl.

 

Marina Stauffer

Ich bin eine von 7000 Figuren. Ich knie und habe meine Hände auf meine Knie gestützt. Meinen Hals strecke ich ganz weit nach vorne, denn ich will alles mitbekommen. Ich habe lange Beine und einen eierförmigen Kopf. Ich bin eine Gipsfigur. Ich denke, Tonyl hatte eher lange, um mich so schön zu gestalten. Er hat mich aus Gips angefertigt, das hat ganz schön gespritzt. Ich bin eine eher kleinere Figur. Tonyl war sehr vorsichtig, als er mich machte. Ich bin weiss, aber ganz wenig blass, also nicht ganz weiss. Ich denke, Tonyl war ein ruhiger Mensch. Wahrscheinlich hatte er nicht viele Freunde, seine Gefühle hat er in uns Figuren begraben. Also, wenn er glücklich war, entstand höchstwahrscheinlich eine weisse Figur, so wie ich. Wenn er sauer oder wütend war, eine schwarze oder eine dunkle Figur. Er arbeitete jeden Tag in seinem Atelier und so entstand Figur um Figur.

Im Moment stehe ich ja im Fotogeschäft, aber ich denke, dass ich nicht ewig dort bleiben werde. Vielleicht kauft mich jemand und ich werde ein ganz schönes Leben haben.

Vielleicht werde ich eines Tages zu Tonyls Eltern gebracht, dort würde ich neben einem Blumentopf mein Leben verbringen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich nicht auf den Müll komme. Das bin also ich, eine von fast 7000 Figuren.

 

Jana Burkhalter

Das bin ich:

Hallo! Ich bin eine kleine Katze.

Mein Erfinder Tonyl mag Katzen sehr gern.

Wahrscheinlich hatte er deswegen so viele Katzenfiguren gemacht.

Also: Meine Grundfarbe ist schwarz, und ich habe gelbe Flecken. Meine Augen sind schön und grün. Wie schon gesagt bin ich klein und etwas rundlich, dafür kann ich aber nichts. Tonyl wollte das so...

Ich finde, ich sehe richtig süss aus.

Meine Tatzen sind klein und ich sitze immer. Ich lege meine Tatzen dann immer auf meinen Bauch.

Komm mich doch mal besuchen! Zum Beispiel im Schaufenster gegenüber vom Spar.

So bin ich entstanden.

Mein Erfinder Tonyl hat alle Figuren selber gemacht, das sind ungefähr 7000 Skulpturen!

Zuerst muss er sich überlegen, wie seine Figur aussehen soll. Danach macht er alle Materialien, die er dafür braucht, bereit.

Jetzt kann er starten. Er braucht dünne Eisenstangen, Ton und Farbe.

Dann macht er die Figur, am Schluss malt er sie an dann noch an und sie sieht dann so wunderschön aus wie ich!

Ich will euch etwas über Tonyls Leben erzählen.

Am komischsten fand ich, dass er sogar am Wochenende arbeitete!

Sein Atelier war immer sehr schmutzig. Der Fernseher war immer voller Ton, Schmutz und Dreck!

Ich denke, dass seine Figuren vielen Leuten gefallen!

Die Ausstellung in Büren hätte ihn sicher sehr glücklich gemacht!

Die Figur, also ich, steht jetzt, beziehungsweise sitzt in einem Schaufenster im Zentrum von Büren!

 

Alicia Heiniger

 

Ich bin eine schwarze Katze und wurde von Tonyl erschaffen.

Ich bin aus Ton. Ich strecke mich gerade wie eine echte Katze das tun würde.

Mein Kopf ist sehr grob kantiert, mein Körper ebenso. Ich habe einen langen Schwanz, der dazu oben noch eingerollt ist. Meine Beine sind so lang, weil sie aus Eisenstäben bestehen, genauso wie mein Schwanz.

 

Ich bin durch einen Haufen Ton und durch ein paar Eisenstäbe entstanden. Tonyl hat mich daraus geformt. Ich denke, er hatte viele Katzen. Dusch Beobachtungen von Katzen kann man viele Kunstwerke erstellen, man braucht nur die richtigen Materialien.

 

Ich habe Tonyl bei seiner Arbeit im Atelier zugeschaut und gesehen, wie viel Liebe er in seine Werke gesteckt hat. Ich habe Tonyl als einen sehr liebevollen Menschen kennengelernt, der es hasste, wenn Sonntage oder Ausflüge im Terminkalender standen.

 

Ich denke, ich werde noch einige Zeit in der Artis Galerie verbringen, weil es mir dort sehr gefällt.

 

Tina Binggeli

 

Idee, Text und Bilder: Beat Eicher